Beim Andruck fehlen die meisten Buchstaben

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Markus62
Beiträge: 3
Registriert: Sa 5. Jun 2021, 14:25

Beim Andruck fehlen die meisten Buchstaben

Beitrag von Markus62 »

Hallo zusammen,
wir hatten diese Woche den Andruck erhalten und das ist eine einzige Katastrophe.
Bei kleineren Textstellen etwa den Wörtern Die Redaktion fehlen nur 2 Buchstaben, da steht dann Die R dakt on.
Je mehr Text in einem Textrahmen ist, desto mehr Buchstaben fehlen, grob geschätzt etwa 95%

Die Druckerei ist ein omnipräsenter Anbieter von Abiturzeitungen, zeigte sich aber wenig kooperativ. Die Kommentare waren:
Scribus ist auch mit abstand das schlechteste Programm, da dort immer wieder Fehler auftauchen die erst bei der Druckaufbereitung selbst zu sehen sind.
weiter dann noch
Die Schrift wurde von Scribus dann nicht richtig exportiert. Helfen würde es, wenn ihr die Schrift in Pfade konvertiert.
Tatsächlich wurde für den Export nach PDF entsprechend der Empfehlung auf deren Webseite
Alle Fonts in Kurven umwandeln gewählt.
Im generierten PDF sind dann auch keine Texte mehr selektierbar, sind halt alles Kurven, Pfade, Outlines oder wie auch immer man das bezeichnet.

In dem nächsten Satz heisst es dann allerdings
Für die finalen Daten versucht am besten wie gesagt, dass die Schriften ordnungsgemäß eingebettet sind.
Das widerspricht sich doch, entweder in Kurven umwandeln oder Embedden?

Ausser den fehlenden Buchstaben sind teilweise die Farben falsch. Statt weißer Schrift auf einem Photo ist diese dann schwarz.

Das zu druckende Buch besteht aus 140 Seiten im DIN A4 Querformat, grösstenteils sind es grossflächige Fotos.
Die sind auch ok, aber alle Textfelder in scribus sehen eben katastrophal aus.

Für das PDF/X-3 wird dann noch eine Ausgabebedingung oder englisch Output Intent auswählbar.
Dabei unterscheidet sich das auf der Linuxseite gegenüber der Windowsversion.
ISO Coated v2 300% (basiCColor)
Agfa Swap Standard
Fogra 27L CMYK Coated Press

Die möglichen Werte der Windowsversion wurden als Screenshot angehängt, leider ist die Grafikerin überhaupt nicht darauf eingegangen.
Gibt es da einen vernünftigen Standardwert?

Im PDF-Betrachter sieht das generierte PDF gut aus. Die Grafikerin verweist im übrigen auf deren Anleitung zu Indesign.
Das hilft uns ja ungemein weiter.

Falls man dann doch auf Embedden wechselt, gibt es 2 Kategorien von Schriften
Solche, die vollständig einbettbar sind und andere, die als zu unterteilende Fonts bezeichnet werden.
Was hat es damit auf sich?

Dankbar für einige Tips
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Anke
Beiträge: 821
Registriert: Sa 31. Jan 2015, 09:01

Re: Beim Andruck fehlen die meisten Buchstaben

Beitrag von Anke »

Hallo Markus,
ich denke, dass die Texte fehlen, weil die Schrift nicht komplett eingebettet wurde. Das kann schon mal bei Windows-Eigenen Schriften vorkommen. Die sind so lizenziert, dass sie nicht eingebettet werden können, da dies einer Weitergabe der Schrift gleich kommt. Hat also nichts mit Scribus direkt, sondern eher mit der Lizenz der Schrift zu tun. Scribus hält sich da eben an gesetzliche Vorgaben.
Hiergegen hilft wirklich nur die Einstellung "In Kurve umwandeln", oder du verwendest eine eigene Schriftart, die du dir von einer der einschlägigen Seiten im Internet herunterlädst.

Die verschiedenen Farbprofile, die angeboten werden, sind nicht abhängig von Betriebssystem, sondern, davon, welche auf deinem System installiert ist. Das Agfa-Farbprofil vermute ich, kommt von deiner Kamera oder Scanner oder so, den du angeschlossen hast, Fogra kommt in der Regel vom Drucker, das ISO hast du manuell nachinstalliert.

Bei der Gestaltung eines Fotobuches oder eines Werks mit vielen Bildern und viel Text würde ich immer über 3 Ebenen arbeiten:
  • Textebene
  • Bildebene
  • Hintergrundebene
Dann sollte es mit der Schrift auch keine Probleme geben, wenn sie entsprechend eingefärbt ist.

Ich bin schon ein bisschen ungehalten, wenn jemand behauptet, dass Scribus das schlechteste Programm ist, nur weil er/sie/es nicht weiß, wie es funktioniert.
Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen.
Viele Grüße
Anke
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Tipper
Beiträge: 178
Registriert: Mi 8. Apr 2015, 09:37

Re: Beim Andruck fehlen die meisten Buchstaben

Beitrag von Tipper »

Hallo Markus62,
Scribus ist auch mit abstand (sic) das schlechteste Programm, da dort immer wieder Fehler auftauchen (sic) die erst bei der Druckaufbereitung selbst zu sehen sind.
Zwei Tippfehler in einem Satz, von dem minderwertigen Inhalt ganz zu schweigen. :D
Laß mich raten: es ist ein Druckdienstleister, der von sich selbst behauptet, daß sie Druck machen?
Es gibt - eigentlich nur - bessere als diesen.

Es fehlen aber auch wichtige Informationen: welche Scribus-Version? Was für ein Font? (Truetype, Opentype oder Postscript)?

Neuere Scribus-Versionen (1.5.6 bzw. 1.5.7) sind Lichtjahre besser im Einbetten von Schriften als die 1.4-Versionen. Daß Scribus als freies Programm eine Technik mitbringt, um die Lizenzen von kommerziellen Fontanbietern vor dem Einbetten zu schützen, halte ich immer noch für ein Gerücht wie die berühmte Spinne in der Yuccapalme.

Wir hatten das Problem übrigens schon mal: https://scribus-user.de/forum/viewtopic.php?f=5&t=336
Da stehen immer noch ein paar lesenswerte Sachen drin.

Viel Erfolg!

Tipper
Manchmal hilft Abtupfen des Himmels mit hochprozentigem Alkohol.
(aus: TITANIC, Aus Eugen Egners Püppchenstudio)

Tipper verwendet Scribus 1.4.6 und Scribus 1.5.6.svn unter Windows 10-64.
Markus62
Beiträge: 3
Registriert: Sa 5. Jun 2021, 14:25

Re: Beim Andruck fehlen die meisten Buchstaben

Beitrag von Markus62 »

Anke hat geschrieben: Mo 7. Jun 2021, 10:12 Hallo Markus,
ich denke, dass die Texte fehlen, weil die Schrift nicht komplett eingebettet wurde. Das kann schon mal bei Windows-Eigenen Schriften vorkommen. Die sind so lizenziert, dass sie nicht eingebettet werden können, da dies einer Weitergabe der Schrift gleich kommt. Hat also nichts mit Scribus direkt, sondern eher mit der Lizenz der Schrift zu tun. Scribus hält sich da eben an gesetzliche Vorgaben.
Hiergegen hilft wirklich nur die Einstellung "In Kurve umwandeln", oder du verwendest eine eigene Schriftart, die du dir von einer der einschlägigen Seiten im Internet herunterlädst.
Hallo Anke,
die Texte fehlen, weil eben die Umwandlung in Pfade ausgewählt wurde (wie von der Druckerei für scribus angegeben)
Ich hatte noch einen 2. Export ins PDF gemacht, dabei nicht in Pfade ausgewählt und dann kann ich mir Schriften anzeigen lassen:

Code: Alles auswählen

$ pdffonts lastfile-embed-subset.pdf 
name                                 type              encoding         emb sub uni object ID
------------------------------------ ----------------- ---------------- --- --- --- ---------
Arial-BoldMT                         TrueType          Custom           yes no  no      32  0
Arial-BoldMT                         TrueType          Custom           yes no  yes     10  0
Arial-BoldMT                         TrueType          Custom           yes no  yes     14  0
Arial-BoldMT                         TrueType          Custom           yes no  yes     18  0
Arial-BoldMT                         TrueType          Custom           yes no  yes     22  0
Arial-BoldMT                         TrueType          Custom           yes no  yes     26  0
Arial-BoldMT                         TrueType          Custom           yes no  yes     30  0
Arial-BoldItalicMT                   TrueType          Custom           yes no  no      56  0
Arial-BoldItalicMT                   TrueType          Custom           yes no  yes     38  0
Arial-BoldItalicMT                   TrueType          Custom           yes no  yes     42  0
Arial-BoldItalicMT                   TrueType          Custom           yes no  yes     46  0
Arial-BoldItalicMT                   TrueType          Custom           yes no  yes     50  0
Arial-BoldItalicMT                   TrueType          Custom           yes no  yes     54  0
ArialMT                              TrueType          Custom           yes no  no      84  0
ArialMT                              TrueType          Custom           yes no  yes     62  0
ArialMT                              TrueType          Custom           yes no  yes     66  0
ArialMT                              TrueType          Custom           yes no  yes     70  0
ArialMT                              TrueType          Custom           yes no  yes     74  0
ArialMT                              TrueType          Custom           yes no  yes     78  0
ArialMT                              TrueType          Custom           yes no  yes     82  0
BPHLFA+Lato-Italic                   CID TrueType      Identity-H       yes yes yes     89  0
OXXCQQ+Lato-Regular                  CID TrueType      Identity-H       yes yes yes     94  0
Dabei fällt auf, es sind die Schriftarten von Microsoft, sie wurden von scribus 1.5.6.1 in das PDF gebracht.
Die letzten beiden Schriften sind etwas anders und auch als sub=yes markiert, d.h. sind subsets.
Entweder aus lizenzrechtlichen Gründen oder um Platz zu sparen ... ?

Anke hat geschrieben: Mo 7. Jun 2021, 10:12 Die verschiedenen Farbprofile, die angeboten werden, sind nicht abhängig von Betriebssystem, sondern, davon, welche auf deinem System installiert ist. Das Agfa-Farbprofil vermute ich, kommt von deiner Kamera oder Scanner oder so, den du angeschlossen hast, Fogra kommt in der Regel vom Drucker, das ISO hast du manuell nachinstalliert.
Danke, da habe ich jetzt dazugelernt.
Anke hat geschrieben: Mo 7. Jun 2021, 10:12 Bei der Gestaltung eines Fotobuches oder eines Werks mit vielen Bildern und viel Text würde ich immer über 3 Ebenen arbeiten:
  • Textebene
  • Bildebene
  • Hintergrundebene
Dann sollte es mit der Schrift auch keine Probleme geben, wenn sie entsprechend eingefärbt ist.
Diese Ebenen wurden nicht angelegt. Sicherlich macht es bei einer folgenden Abizeitung 2022 Sinn, das so zu machen.
Momentan gilt es, das Jahrbuch fertig zu bekommen.
Es gab schon mehr als genug Schwierigkeiten mit der DSGVO, weil die Schule die entsprechenden Erlaubnisse nicht
vollständig eingeholt hat und das Team dort sehr viel Arbeit mit Einholen oder dann Identifizieren und Rauslöschen
hatte.
Anke hat geschrieben: Mo 7. Jun 2021, 10:12 Ich bin schon ein bisschen ungehalten, wenn jemand behauptet, dass Scribus das schlechteste Programm ist, nur weil er/sie/es nicht weiß, wie es funktioniert.
Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen.
Viele Grüße
Anke
Danke für die Tipps, ich hätte meinen ursprünglichen Post doch noch detailierter machen sollen.
Das desolate Ergebnis des Andrucks hatte ich versucht zu beschreiben, aber keine Worte machen es so klar, wie ein Bild:
S45.jpg
Dabei fällt auf, dass die einzelnen Buchstaben korrekt sind. Je grösser der Textanteil ist, desto mehr Buchstaben fehlen, wie etwa unten.

Was ist denn grundsätzlich sinnvoll, Fonts zu embedden oder durch Umwandung in Kurven, Pfade oder outlines auf das Embedden zu
verzichten?
Markus62
Beiträge: 3
Registriert: Sa 5. Jun 2021, 14:25

Re: Beim Andruck fehlen die meisten Buchstaben

Beitrag von Markus62 »

Tipper hat geschrieben: Mo 7. Jun 2021, 15:38 Hallo Markus62,
Scribus ist auch mit abstand (sic) das schlechteste Programm, da dort immer wieder Fehler auftauchen (sic) die erst bei der Druckaufbereitung selbst zu sehen sind.
Zwei Tippfehler in einem Satz, von dem minderwertigen Inhalt ganz zu schweigen. :D
Laß mich raten: es ist ein Druckdienstleister, der von sich selbst behauptet, daß sie Druck machen?
Es gibt - eigentlich nur - bessere als diesen.
Nee, die sprechen nicht von Druck machen, sondern bieten vor allem Abizeitungen an, mit App
und Social Media Gedöns, machen auf flippig und empfehlen Indesign ...
Tipper hat geschrieben: Mo 7. Jun 2021, 15:38 Es fehlen aber auch wichtige Informationen: welche Scribus-Version? Was für ein Font? (Truetype, Opentype oder Postscript)?
Scribus 1.5.6.1, die Fonts sind in meiner Antwort an Anke gedumpt.
Ja, Microsoft-Fonts, hätte man sicherlich auch anders machen können, aber das ist hier sicher nicht das Problem,
insbesondere, wenn das Ganze in Kurven umgewandelt und dann Kernschrott ist.
Tipper hat geschrieben: Mo 7. Jun 2021, 15:38 Neuere Scribus-Versionen (1.5.6 bzw. 1.5.7) sind Lichtjahre besser im Einbetten von Schriften als die 1.4-Versionen. Daß Scribus als freies Programm eine Technik mitbringt, um die Lizenzen von kommerziellen Fontanbietern vor dem Einbetten zu schützen, halte ich immer noch für ein Gerücht wie die berühmte Spinne in der Yuccapalme.

Wir hatten das Problem übrigens schon mal: https://scribus-user.de/forum/viewtopic.php?f=5&t=336
Da stehen immer noch ein paar lesenswerte Sachen drin.

Viel Erfolg!

Tipper
Habs mir durchgelesen, Danke.
Beide Exporte (Schriften umgewandelt in Kurven oder eingebettete Schriften) sehen für mich im PDF gut aus.
Vor knapp 2 Jahren hatten wir mit der Druckerei gute Erfahrungen gemacht, jetzt erwarten sie den Upload der finalen Version,
ohne zu sagen, was an der letzten Version falsch ist. :oops:
Die Leute haben gewechselt und vielleicht ist man etwas zu schnell gewachsen ...
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